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Wissensaustausch 4.0 – Jam Sessions bei Daimler TSS

Unternehmen

von  am 23. Nov 2018 um 11:22 Uhr

Je größer ein Unternehmen, je rasanter die Entwicklung der jeweiligen Branche, je komplexer die zu beherrschenden Wissensdomänen… umso wichtiger wird der effiziente und effektive Wissensaustausch in Unternehmen! Deshalb setzt Daimler TSS stark auf die Selbstorganisation und Selbstständigkeit der Mitarbeiter. Die Vernetzung entsteht in sogenannten "Communities of Practice“ und anderen leichtgewichtigen Austauschformaten - oder im Rahmen einer eigenen Erfindung: unseren sogenannten „Jam Sessions“.

Eine Jam Session ist eine interne offene Veranstaltung von rund eineinhalb Stunden, die dem Wissensaustausch und Informationstransfer zwischen den Mitarbeitern zu einem fachlich festgesetzten Thema dient. Die Themen werden von Mitarbeitern selbst vorgeschlagen. Nur Sessions mit breitem Interesse werden final auch veranstaltet. Vergangene Jam Sessions behandelten beispielsweise die unterschiedlichen Rollengestaltungen des Scrum Masters oder die Sinnhaftigkeit von Story-Point-Schätzungen.

Der Ablauf einer Jam Session

Der Ablauf einer Jam Session ist völlig frei. Was sich mittlerweile sehr bewährt hat, ist das Format Fishbowl. Wir orientieren uns dabei an echten Jam Sessions: Diese werden bei uns von "Musikern" eröffnet, die in ihr freies Spiel vertieft sind, ebenso gibt es ein "Publikum", das ihnen zuhört, aber gleichzeitig frei im Kommen und Gehen ist. Auch die Musiker können spontan mit ein- oder auch wieder aussteigen. Ein Wechsel zwischen diesen zwei Gruppen ist dabei jederzeit möglich. Es gibt kein festes Konzertprogramm: Was gespielt wird, ergibt sich durch die Improvisation und Interaktion der Musiker. Statt der "Musik" steht in unseren Jam Sessions die menschliche Sprache im Vordergrund.

In der Mitte steht in einem Innenkreis normalerweise eine Hand voll Stühle, auf denen die "Musiker" Platz nehmen können. Das Publikum sitzt um diesen Innenkreis herum und beschränkt sich auf bestätigendes Gemurmel, Klatschen oder Murren. Wenn jemand aus dem Publikum mitreden will, kann er sich jederzeit auf einen freien Stuhl setzen bzw. wenn keiner frei ist, so lange sanften „sozialen Druck“ ausüben – sich beispielsweise einem besetzen Stuhl nähern - bis ein Musiker aufsteht.

Es gibt keinen zentralen Moderator, da jeder Einfluss auf den Verlauf nehmen kann und soll. Je nach Raumsituation (sind etwa Tische im Weg o. ä.?) kann man optional einen "Publikumsjoker" vereinbaren: Einmalige Beiträge sind auch von einem Platz im Publikum erlaubt, wenn man sich meldet und die Aufforderung zum Reden durch einen Musiker abwartet.

Vorteile des internen Wissensaustauschs

Eine Besonderheit von Jam Sessions: Sie nähren sich vor allem aus dem vorhandenen Wissen und Erfahrungen in den Köpfen der Teilnehmer, kommen also auch ohne aufwändige Vorbereitungen aus. Ergebnis ist das, was in den Köpfen der Anwesenden passiert, sowohl bei den Musikern als auch im Publikum. Und hier werden Jam Sessions fast ausnahmslos positiv wahrgenommen. Fazit und gleichzeitig schöner Nebeneffekt: Jam Sessions bringen nicht nur inhaltlich etwas, sondern machen auch viel Spaß!

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