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Wenn man einem Studenten eine Datenbrille gibt

Technologie

von  am 09. Mär 2015 um 17:01 Uhr

Hallo, ich bin Stefan Fey, ein viertel Jahrhundert alt und studiere Medieninformatik auf Master an der „Universität des Saarlandes“ in Saarbrücken. Während des Studiums hatte ich stets Gefallen an Kooperationsangeboten, in denen ich mit Designstudenten Anwendungen und Spiele mit und für Windows/Android/Kinect/Augmented Reality/3D-Druckern, einzeln und kombiniert, erstellt habe.

Nun, als Praktikant bei Daimler TSS, bekam ich ein neues Spielzeug: Die Vuzix M100 Datenbrille. Zuerst ging es darum auszutesten, was die Hardware hergibt. Es entstanden eine Art Augmented Reality Anwendungen, bei denen im 400x240 Pixel großen Display das Kamerabild eingeblendet wurde, welches dann mit virtuellen Inhalten überlagert wurde. Bei den ersten Anwendungen wurden QR-Codes als Buttons benutzt, sodass sie beim Verdecken durch einen Finger ein Event auslösten. Später rückte das Tracking von Farben (z.B. neongrün) in den Vordergrund, wodurch man keinen Bezugspunkt in der Realität mehr für Buttons brauchte. Sie wurden gleich ins Kamerabild eingeblendet und hat man diese mit der vorher festgelegten Farbe berührt – indem man z.B. einen neongrünen Fingerhut so in das Kamerabild gehalten hat, dass er sich mit dem Button überlagerte – aktivierte dies das Button-Pressed-Event. Das letzte Projekt dieser AR-Versuchsreihe war eine Interaktion mit einem scheinbar in der Luft schwebenden dreidimensionalen Auto.

Nachdem die M100 bei diesen Versuchen überzeugen konnte, rückte die Kooperation mit einem Logistikzentrum in den Vordergrund, für die ich einen Showcase konstruierte, der die Kleinteilekommissionierung optimiert. Bei der Kleinteilekommissionierung haben die Mitarbeiter eine lange Liste mit Aufträgen („Etikettenfahne“), der sie entnehmen können, wo sie wie viele Kleinteile aus dem Lager holen sollen. Nach der Entnahme scannen sie mit einem Handscanner den Barcode des Faches.

Meine Lösung: Es werden stets zwei Aufträge im Display angezeigt (auf der linken und rechten Bildschirmhälfte), bestehen aus dem Ort, wo es zu finden ist, der zu entnehmenden Anzahl und einem Bild des Objektes. Somit brauchen die Mitarbeiter keine Etikettenfahne mehr. Der Handscanner wird zudem auch von der Brille abgelöst: Diese scannt jeden Code, den sie findet. Wird der Code des neuen (rechten) Auftrages gescannt, so wandert er auf die linke Seite und auf der rechten Seite erscheint der nächste Auftrag. Somit kann der Mitarbeiter den alten Auftrag weiterhin als Kontrolle benutzen, falls er noch am Abzählen der Kleinteile ist – weiß aber zugleich, wo er hingehen muss, sobald er fertig ist.

Rückblickend kann ich sagen, dass mir meine Erfahrungen aus den Projekten des Studiums sehr geholfen haben gut in das Praktikum zu starten. Anschließend habe ich viele neue Erfahrungen sammeln können, sowohl in technischer wie auch beruflicher und privater Hinsicht. Weil darüber hinaus nun noch eine Masterarbeitsstelle für mich herausgesprungen ist kann ich sagen, dass sich das Praktikum für mich vollkommen ausgezahlt hat!

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