Blog

Peter wagt einen Blick in die Zukunft: Sind Agents die neuen Apps?

Sind Agents die neuen Apps? Daimler TSS
Technologie

von  am 06. Jun 2017 um 17:08 Uhr

Die einen sehen in Apps die universelle Lösung für alle Probleme. Für andere sind bereits die Grenzen der App-Welt erreicht. Wohin geht der Trend?

Spannend wird´s vor allem bei komplexeren Aufgaben und größeren Funktionsumfängen. Auch wenn Dienste den Zugriff auf Daten und Prozesse benötigen, die sich über mehrere Nutzer, Geräte und Infrastrukturen erstrecken, muss die Interaktion so einfach und intuitiv wie möglich bleiben. Analysten wie Gartner, Forrester und Accenture sehen hier erste Anzeichen dafür, dass Apps durch Smart-Agent-Technologien verdrängt werden könnten. Denn Virtuelle Private Assistenten (VPA) wie Cortana, Google Now, Alexa oder Siri sind auf dem Vormarsch. Gartner spricht bereits von einer neuen Ära:

„By 2020, smart agents will faciliate 40% of mobile interactions, and the post-app era will begin to dominate.“ [Gartner]

Werden Apps also bald abgelöst? Wohl kaum. Daimler-TSS-Experten verstehen Smartphone-Apps als komfortable Benutzerschnittstelle zu Mehrwertdiensten – entscheidend ist die Infrastruktur, das Ecosystem dahinter. Neben der einfachen grafischen Interaktion (per Touch) kommen neue Interaktionsmuster und Anwendungsmöglichkeiten ins Spiel: Die gesamte verfügbare Sensorik der Geräte (Kamera, GPS, Gyro, Fingerprint, Bluetooth, NFC) kann dafür genutzt werden.

Wir sehen aktuell drei Entwicklungen:

  • Natürlich sprachliche Schnittstellen – also die Kommunikation über geschriebene oder gesprochene Alltagssprache – werden zunehmend unsere Interaktion mit IT-Systemen bestimmen und eine einfache und intuitive Alternative zu grafischen Schnittstellen bilden. In einer einfachen Ausbaustufe ist bereits heute eine Steuerung per Sprache möglich (z.B. Linguatronic bei Mercedes). Dialogbasierte Systeme werden darüber hinaus dem Nutzer auch ohne Vorwissen eine Interaktion ermöglichen und komplizierte Nutzungsszenarien erlauben (wie z.B. Alexa, Siri etc.).
  • Die User fordern mehr Funktionalitäten in einem Dienst: „WeChat“ ist durch den großen Funktionsumfang inklusive Bezahlmöglichkeit für Millionen Chinesen zur zentralen App ihrer gesamten Onlineaktivitäten geworden. Damit ist der Dienst ein „place to be“, der die bekannten App-Stores von Apple und Google an Bedeutung verlieren lässt.
  • Neue Devices verlangen neue Dienste. Im Internet-of-Things interagieren vernetzte Sensoren und Aktoren, die immer leistungsfähiger werden. Die Rechenleistung eines heutigen Smartphones steckt morgen schon in einem Heizungsventil oder einer Überwachungskamera. Das ermöglicht sehr komplexe, verteilte Systeme, die ihre Aufgaben entweder lokal, mit einer App auf dem Device, oder zentral bearbeiten

Fazit: Die Welt der Apps wird heterogener und ist längst nicht mehr auf das Smartphone beschränkt. Der Fokus liegt auf der Verknüpfung von Devices und Diensten im Kontext des Users. Ob Smartphone-App oder Smart Agent – der Maßstab ist stets eine gute User Experience.

Zurück zur Übersicht

Diesen Beitrag teilen

Was sagen Sie zu diesem Thema? Diskutieren Sie mit!