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Erste Hilfe Kurs mit Aha-Effekt

Unternehmen

von  am 06. Jul 2015 um 13:20 Uhr

Montagmorgen, 08.00 Uhr, Leinfelden-Echterdingen - 15 erwachsene Personen, die alle erste Hilfe benötigen: einen Kaffee! Doch leider sind die erste Hilfemaßnahmen nicht immer so schnell ersichtlich, wie am heutigen Tag und genau deshalb haben wir uns an diesem Tag zusammengefunden: zum Erste-Hilfe-Kurs des Deutschen Roten Kreuz in den Räumlichkeiten von Daimler TSS in Leinfelden-Echterdingen. Entstanden ist der Kurs aus der Corporate Social Responsibility Initiative von Daimler TSS.

Geleitet wurde der Kurs mit 14 TSS Mitarbeitern von Eberhard König, Trainer vom DRK Kreisverband Esslingen. Eberhard König konnte als ehemaliger Rettungssanitäter und „Feschdle-Sanitäter“ aus einem breiten Erfahrungsschatz berichten und gestaltete dadurch den ganztägigen Kurs sehr abwechslungsreich. In der Vorstellungsrunde erfragte er zunächst die Motivation der Teilnehmer am Kurs teilzunehmen und wann deren letzter Erste-Hilfe-Kurs war. Beim Thema Motivation herrschte bei allen Teilnehmern Einigkeit: Auffrischung des Erste-Hilfe Wissens. Die meiste Erfahrung in der Anwendung von Erster-Hilfe hatten die Teilnehmer mit Kindern aufgrund von z.B. Fahrradstürzen mit Schürfwunden. Aber auch bei den Teilnehmern ohne Erst-Helfer-Erfahrung war es schon häufiger „kurz davor“, als sie z.B. auf der Autobahn an einem Unfall vorbei gefahren sind, der nur wenige Minuten zuvor passiert war. Um in diesem Fall nicht selbst „hilfsbedürftig“ zu sein, motivierten sich alle nach ihrem letzten Erste-Hilfe-Kurs – der je nach Alter bei den 13 männlichen Teilnehmern zwischen zehn und 35 Jahren her war – ihr Wissen wieder zu regenerieren. Die einzige Dame hatte als ehemalige Rettungssanitäterin in diesem Fall den Männer erheblichen Erfahrungsvorsprung, war aber mittlerweile auch seit über fünf Jahren nicht mehr im Dienst.

Wer jetzt gedacht hatte „Was soll sich bei der Ersten-Hilfe schon großartig geändert haben?!“ oder „Die stabile Seitenlage sieht doch heute noch genauso aus wie damals!“, wurde im ersten Block eines besseren belehrt. Wir wären schließlich nicht in Deutschland, wenn es nicht regelmäßig veränderte Vorschriften geben würde. So wurde z.B. vor drei Jahren in der Herz-Lungen-Wiederbelebungs-Richtlinie die „Eindrücktiefe“ für die Herz-Lungen-Massage von 5-6 cm auf 6-7 cm geändert – ich werde bei der Herz-Lungen-Massage also definitiv nur noch mit Lineal arbeiten, um nichts falsch zu machen ;). Auch bei der stabilen Seitenlage gibt es mittlerweile eine veränderte Technik, die es sowohl für den Betroffenen als auch für den Erst-Helfer vereinfacht.

Eberhard König nannte Patienten, die man in die stabile Seitenlage versetzen muss, netterweise „Lieblingspatienten“. Doch wann ist ein Patient ein „Lieblingspatient“?! Immer dann, wenn eine Person bewusstlos und nicht mehr ansprechbar ist, aber die Atmung noch aktiv ist. Sollte die Atmung nicht mehr aktiv sein, haben wir leider keinen Lieblingspatienten mehr – dann heißt es Herz-Lungen-Wiederbelebung starten! Die stabile Seitenlage und die HLW übten alle Teilnehmer unter Anleitung von Eberhard König im praktischen Teil des Kurses.

Im theoretischen Teil lehrte er uns u.a. die richtige Behandlung von Schockpatienten, die Behandlung von Verbrennungen und den Selbstschutz als Erst-Helfer. Besonders der Selbstschutz sollte in Notsituationen nie vergessen werden! Beispielsweise muss man bei einem Verkehrsunfall zunächst die Unfallstelle ordnungsgemäß absichern (u.a. Warndreieck mindestens 100 Meter entfernt von der Unfallstelle), bevor man sich um die Alarmierung der Rettungskräfte und die Betroffenen kümmert.

Zusammengefasst war es ein sehr informativer Erste-Hilfe-Kurs, der bei uns Teilnehmern häufig einen Aha-Effekt hervorgerufen hat! Auch wenn man es natürlich niemandem wünscht, könnten wir nach diesem Training wieder vernünftige Erste-Hilfe leisten.

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