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Agilität, weiter gedacht

Innovation

von  am 19. Jun 2015 um 16:12 Uhr

Was klein angefangen hat, ist auf dem besten Weg, die Unternehmenswelt grundlegend zu verändern: Die Rede ist von Scrum und anderen agilen Vorgehensweisen. Auf Entwicklungsebene längst etabliert und durch viele Success Stories bestätigt, werden ihre Denkprinzipien mehr und mehr von anderen Disziplinen genutzt. Wie auch sollen Unternehmen beweglicher werden, wenn rund um ihre agile Entwicklungsabteilung alles bleibt wie es ist?

Sich gemeinsam ändern
Viele Bereiche haben auf eine erfolgreiche agile Entwicklung Einfluss – z.B. der Betrieb (Stichwort: DevOps) oder Querschnittsfunktionen wie Einkauf, Controlling und die Fachbereiche. Lenken wir den Blick auf das Requirements Engineering, denn Agilität wird auch durch die Art und Weise bestimmt, wie Anforderungen erstellt und kommuniziert werden. Anstatt alles vor Beginn der Entwicklung im Detail festzuschreiben, legt agiles Requirement Engineering den Fokus auf den Nutzen und das Ziel. Die Anforderungen werden so spät wie möglich und so früh wie nötig detailliert, damit kommt mehr Dynamik ins Spiel, alles bleibt flexibler: Vorteil für den Nutzer: Er kann die Lösung in einem frühem Stadium sehen und intuitiv ausprobieren, so dass Denkfehler früh erkannt werden und neue Erkenntnisse sofort in die Entwicklung einfließen können – ohne aufwändige Change Requests.

Stop starting, start finishing!
Auch Bereiche, die keine Software entwickeln, kommen mit agilen Vorgehensweisen schneller voran. Einige TSS Querschnittsfunktionen haben sich für Kanban entschieden, um Transparenz über ihre aktuelle Situation zu gewinnen und neue Aufgaben so schnell wie möglich fertig zu stellen – statt mehrere Dinge gleichzeitig zu bearbeiten. Voraussetzung ist natürlich eine klare Priorisierung. Umgekehrt verbessert sich mehr als nur die einzelne Abteilungsfunktion: Wo agil entwickelt wird, darf der Einkauf nicht auf Festpreisen beharren und muss der Betrieb auch liefern können. Je mehr Abteilungen agil denken und arbeiten, desto höher der Reifegrad an Agilität im Unternehmen.

Der Weg zur agilen Organisation
Einzelne Bereiche können innerhalb ihres Umfelds viel bewegen. Doch ein ganzes Unternehmen wird erst dann beweglicher, wenn Agilität übergreifend gelebt wird. Nur so können die Vorteile agiler Arbeitsweisen auch voll ausgeschöpft werden. Deshalb gilt es, alle „Inseln“ der agilen Entwicklung miteinander zu verbinden. Es ist eine Frage der Kultur: Ausgehend von der Softwareentwicklung, müssen die Prinzipien agiler Methodik in der Struktur und in allen Prozessen verankert werden. So gewinnen Organisationen mehr Veränderungsbereitschaft und bleiben ein lernfähiges, zukunftsfähiges Unternehmen.

Nicht nur die Führungskräfte sind hier gefordert. Es gilt, Vertrauen aufzubauen und Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen agiles Arbeiten möglich ist. Agilität kann sich nur in einem Umfeld entfalten, in dem auch Fehler erlaubt sind – sofern aus ihnen gelernt wird.

Die Prinzipien agiler Methodik

  • Mehr Vertrauen, weniger Kontrolle
  • Ziele im Fokus, Prozesse im Hintergrund
  • Entscheidungen auf der Ebene treffen, auf der sie auch sinnvoll sind
  • Verantwortung übergeben an die Mitarbeiter
  • Den Wandel begrüßen, ja fordern (Änderungen sind keine Störfaktoren!)
  • Transparenz schaffen, sich an den Ergebnissen orientieren

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