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Eine inspirierende Reise ins Reich der Mitte

Eine inspirierende Reise ins Reich der Mitte
Unternehmen

von  am 30. Apr 2019 um 14:45 Uhr

China und IT, die perfekte Kombination, eine Chance zum Verlassen der eigenen Komfortzone! Unsere Voraussetzungen waren ideal. Meine Frau ist in Peking geboren und lebt seit 2001 in Deutschland. Unser Sohn ist zwei Jahre alt. Und ich hatte schon oft davon geträumt, für längere Zeit in China zu arbeiten und zu leben. Heute darf ich von unserem Hub in China aus eigener Erfahrung davon berichten.

Leise Zweifel kommen auf

Die berufliche Herausforderung im Reich der Mitte lockt. Aber was ist mit der Luftverschmutzung und der Essensqualität? Was ist mit meinen Eltern, die in Deutschland leben, und unseren Freunden? Findet meine Frau einen Job, mein Sohn ein gutes Umfeld? Uns war schnell klar, die Vorteile überwiegen deutlich. Nach einem monatelangen Marathon mit Formalitäten aller Art, Beglaubigungen, Aufstellungen zum Umzugsgut sowie der Suche nach Wohnung und Kindergartenplatz rücken eines Tages sechs Möbelpacker an – und unsere Habseligkeiten sind im Seecontainer verstaut. Nächste Station: Peking, 22 Millionen Einwohner.

Szenenwechsel, knapp 8.000 Kilometer südöstlich. Wir sind in einem Wolkenkratzer untergebracht, direkt in der Innenstadt von Beijing. Rundum Autolärm, unzählige Menschen und der Smog. Das Mobile Phone ist mein ständiger Begleiter. Für fast alles gibt es eine App, von Mobility Services über Essensbestellung und Lebensmitteleinkäufen bis hin zur Vereinbarung von Arztterminen.

Mein Tag startet meist gegen 6 Uhr früh mit dem Check der Luftqualität. Auch dafür gibt´s eine App.

An manchen Tagen laufen unsere fünf Luftreiniger auf Hochtouren. Über eine andere App namens DiDi (so etwas wie MyTaxi oder Uber) bestelle ich je nach Smog- und Verkehrslage entweder ein Taxi, einen Privatfahrer oder ein Fahrrad. Wartezeit maximal zehn Minuten, eher fünf. Bezahlt wird mit WeChat Pay, das direkten Zugriff auf das Bankkonto hat. QR Code auf dem Handy öffnen, scannen lassen, fertig. Bargeldloses Bezahlen ist der Standard. Bargeld selbst ist nur noch eine Backup-Lösung.

Die Kommunikation mit meinen Eltern und Freunden in Deutschland funktioniert über WeChat Videochat (ähnlich WhatsApp) oder FaceTime. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit hat sich hier bereits ein Ritual etabliert. Zu bestimmten Zeiten steht der Videocall mit Deutschland an. Wir teilen Eindrücke, Erfahrungen und Alltagsgeschichten. Meine Eltern in Deutschland freuen sich, ihren kleinen Enkelsohn sehen zu können, auch wenn es nur per Video ist. Ebenso freuen wir uns, die Liebsten zuhause live vor Augen zu haben.

Bei allen Services wird viel Wert auf Schnelligkeit und Einfachheit gelegt. Niemand akzeptiert lange Wartezeiten oder umständliche Bedienung. Entsprechend groß ist die Durchdringung der Services im Lebensalltag. Kinder, Berufstätige, Rentner – alle nutzen sie intensiv. Klassische Webseiten werden nur noch selten benutzt.

Der Arbeitsalltag: hochdynamisch

Das Businessleben in China ist turbulent und energiegeladen. Alle wollen etwas bewegen, großartige Neuerungen anschieben, Services optimieren. Wenn etwas schneller und besser werden kann, wird es sofort gemacht. Das Großraumbüro ist meist voll, aber relativ ruhig. Es herrscht eine konzentrierte, positive Stimmung. Die Arbeitstage sind oft lang. Kommuniziert wird über Messenger wie WeChat (für allgemeine Themen) oder mit Threma (für geschützte Themen).

Natürlich sind auch im Arbeitsumfeld digitale Dienste omnipräsent. So kann IT-Equipment online bestellt und über eine Pickup-Station direkt im Office jederzeit abgeholt werden.

Ebenso kann im office-eigenen Mercedes me Café direkt (und ausschließlich) über WeChat bestellt werden. Auch hier gilt: individuellen QR-Code des Tisches scannen, an dem man sitzt, Essen auswählen, bargeldlos bezahlen und in fünf Minuten ist das Essen am Tisch.

„I want it now!“

In unserem Hub in China warten große Aufgaben und aufregende Projekte im RETAIL-, CASE-, DIGITAL CHANNEL- und SECURITY-Umfeld. Geschwindigkeit und gegenseitiges Lernen prägen unseren Arbeitsalltag. Wir nutzen Know-how aus Deutschland oder Malaysia, um Lösungen in China schneller zu etablieren. Ebenso kann Deutschland u.a. in Sachen Elektromobilität, Mobility Services, Digitale Lösungen und Big Data von China lernen.

Fast alle Entwicklungen entstehen in agiler Vorgehensweise. Wie in Deutschland gibt es Vendors. Der Anteil der direkt erbrachten IT-Leistungen ist hoch. Hier befinden sich viele Kollegen, die direkt programmieren, designen, coden, testen oder DevOps-Leistungen erbringen.

Die Anforderungen an unsere Projektteams können sich schnell ändern. Es ist wichtig, diese Dynamik zu akzeptieren und das Umfeld zu verstehen, in dem sich China befindet. Wir setzen auf lösungsorientierte Vorgehensweisen, flexible Strukturen und einen offenen Austausch. Internationale Kooperation ist bei uns tägliche Praxis. Gemischte Teams aus China, Malaysia und Deutschland arbeiten gemeinsam daran, tolle Lösungen zu entwicklen. Es macht viel Freude zu sehen, wie gut diese Zusammenarbeit funktioniert. Fachlich sowie menschlich.

Im Reich der Mitte sieht man Chancen statt Risiken

Wir haben es keinen Tag bereut, nach China zu gehen. Kleine Zweifel, die wir anfangs hatten, haben sich schnell aufgelöst. Wir haben uns gut eingelebt und mit der Luftqualität arrangiert. Um sich der Heimat trotzdem nahe zu fühlen, helfen deutsche Medien und bestimmte Lebensmittel (wie Brezeln, Weißwurst oder Linsen mit Spätzle) – und vor allem die regelmäßige Kommunikation mit Familie und Freunden zuhause.

Es ist inspirierend in diesem Land zu arbeiten und zu leben – und zu sehen wie neue Ideen (z.B. Supermärkte ohne Personal, RoboTaxis, BikeSharing) hier geboren, sofort akzeptiert und genutzt werden. Chancen werden in China stärker wahrgenommen als Risiken. Wir sind stolz darauf, in diesem Umfeld mitzuwirken und dazu beitragen zu dürfen, dass Daimler in China weiterhin die Nummer eins im Premium-Sektor bleibt. Nach einer Studie von Ernst & Young wurde 2018 jedes dritte Auto, das weltweit von einem deutschen Hersteller produziert wurde, in China verkauft. Die Motorisierungsrate in China gibt Hoffung, dass sich dieser Trend auch in Zukunft fortsetzen wird: Derzeit kommen auf 100 Einwohner 14,5 Autos – im Vergleich zu 56,1 in Deutschland. Aktuelle Themen wie Autonomous Driving, AI und Big Data werden in und von China verstärkt vorangetrieben. Ein Blick ins Reich der Mitte lohnt sich immer. Was hier bereits den Alltag von Millionen von Menschen bewegt, hat das Potenzial, sich schnell und flächendeckend global durchzusetzen. Täglich locken neue Entdeckungen. Ich bin gespannt, was mich in 2019 noch alles erwartet.

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